Holzbau-Info
Dachstuhlarten

Drei wirklich gängige Dachstuhlarten - Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach .

Holzbau-Informationen

Ingenieur-Holzbau und Dachstuhlarten

Sparrendach

Sparrendach

Die einfachste und am schnellsten zu errichtende Dachstuhlart ist das Sparrendach. Die schräg liegenden Balken, die Sparren, laufen dabei zu einem Dreieck zusammen und werden an der Spitze als Dachfirst vorwiegend überplattet oder mit Schlitz und Zapfen kraftschlüssig gegeneinander verbunden. Der Dachraum ist frei von störenden Balken, die Raumhöhe geht bis zum Dachfirst. Die Spannweite eines zimmermannsmäßig hergestellten Sparrendachs umfasst eine Breite bis etwa 12 Metern während der Sparrenabstand je nach Dimension des Sparrens zwischen 75 Zentimetern und einem Meter liegt.

Kehlbalkendach

Kehlbalkendach

Das Kehlbalkendach ist eine Weiterentwicklung des Sparrendaches, indem in etwa Raumhöhe pro Sparrenpaar ein oder mehrere waagrecht angebrachte Holzbalken, die sogenannten Zangen eingesetzt sind , die mit den Sparren ein Dreieck bilden, und so die Durchbiegung von großen Sparrenlängen entgegenwirken. Vorteil ist eine stabilere Konstruktion und eine waagrechte Raumbegrenzung. Der Dachraum wird durch die Kehlbalken in einen unteren und einen oberen geteilt, indem der untere die Form eines Trapezes besitzt, der obere eine dreieckigen Querschnitt aufweist und als Spitzboden bezeichnet wird.

Pfettendach

Pfettendach

Das Pfettendach ist eine traditionelle Dachkonstruktion, bei dem die namensgebenden Bauteile die Pfetten, das sind waagerechten Balken die parallel zur Längsausrichtung des Gebaudes situiert sind. Pfetten sind somit länsorientierte Balken, auf denen die quer zur Firstrichtung gestaffelten Sparren bevorzugt in etwa der Raumhöhe aufliegen. Unterschieden werden je nach Bauart des Daches Mittelpfetten und Firstpfetten, wobei Dachstühle mit Mittelpfetten haben häufig keine Firstpfette aufweisen. Pfettendächer können mit deutlich flacheren Dachneigungen ausgeführt werden als Sparrendächer.

einfach stehender Stuhl

einfach stehender Stuhl

Beim einfach stehendem Stuhl sind die Stuhlsäulen exakt auf einer Linie unterhalb der Firstpfette aufgereiht. Dies setzt aber eine tragende Wand in Gebäudemitte voraus, auf die die Stuhlsäulen ihre Kräfte abtragen können.

zweifach stehender Stuhl

zweifach stehender Stuhl

Ein zweifach stehender Stuhl besitzt keine Firstpfette sondern Mittelpfetten. Diese sind wie beim einfach stehenden Stuhl durch jeweils einreihig angeordnete Stuhlsäulen unterstellt. Der Dachraum zwischen den Mittelpfetten ist in voller Höhe als Raum nutzbar.

mehrfach stehender Stuhl

mehrfach stehender Stuhl

Beim mehrfach stehendem Stuhl kann sowohl die Firstpfette und die Mittelpfetten unterstellt sein. Auch ist eine außer der Gebäudewand auf einer Konsole aufliegende "Flugpfette" möglich. Sie verringert die Durchbiegung bei großem Dachüberstand.

Stehender Stuhl

Jeder stehende Stuhl enthält lotrechte Pfosten, die auf einer Linie unterhalb der Pfette(n) aufgereiht sind und die Last abtragen, die Stuhlsäulen.

Liegender Stuhl

Ein Liegender Stuhl zeichnet sich durch schräg angesetzte Stuhlsäulen aus, deren Fuß in unmittelbarer Nähe zur Außenwand liegen. Vorteil ist dabei, dass die Stuhsäulen die Außenwand belasten und nicht die Geschoßdecken in ihren freitragenden Bereichen. Daraus ergibt sich ein geringeres Biegemoment, das zu einer statisch wesentlich günstigeren Situation beiträgt. Ein weiterer nicht unwesentlicher Vorteil dieser Anordnung liegt in einer besseren Nutzbarkeit des stützenfreien Dachraumes.

Hängewerk

Das Hängewerk ist ein Tragwerk im Holzbau, bei dem ein belasteter Balken (Bundbalken oder Binderbalken) auf Pfosten aufgehängt wird. Die Hängepfosten nehmen die aus der Last resultierenden Kräfte auf und leiten sie beim einfachen Hängewerk in die Streben, beim doppelten Hängewerk fließt die Kraft in Spannriegel und Streben.

Sprengwerk

Auch das Sprengwerk ist ursprünglich ein Tragwerk im Holzbau, bei dem die auf dem Träger geleitete Kraft durch schräge Streben unter dem belasteter Balken (Bundbalken oder Binderbalken) in das Lager abgeleitet wird. beim einfachen Sprengwerk gibt es nur Streben, wogegen beim Doppelten Sprengwerk die Kraft in Spannriegel und Streben geleitet wird.

Hängesprengwerk

An einem Hängewerk hängt der belastete Bauteil, an einem Sprengwerk wird er von unten gestützt, um noch größere Spannweiten zu erreichen, lässt sich das Hängewerk und das Sprengwerk zu einem Hängesprengwerk kombinieren.