Uniqueline Holzbau und Ingenieurholzbau

Holzbau - Bewertung des Brandrisikos

zerstörter Wald nach einem Windwurf

Statistische Bewertung des Brandrisikos

Versicherer, die es mit den Risiken sehr genau nehmen, verlangen für moderne Wohnhäuser aus Holz keinesfalls höhere Prämien. Durch jüngere Studien wurde belegt, dass viele Holzhäuser einem Feuer länger trotzen als ein Massivhaus. Das Holz brennt langsam und berechenbarer, Feuerwehrleute fühlen sich bei solchen Bränden gewöhnlich etwas wohler. Der Holzbauexperte Professor Dr.-Ing. Stefan Winter schwört auf Holz wegen seiner Sicherheit und Berechenbarkeit. Es sei wesentlich schwerer entflammbar als viele andere Materialien, die in Häusern und Wohnungen zum Einsatz kommen, so Prof. Dr. Winter. Der Experte kann das erklären: Die vielen Zellen, als denen eine Holzfaser besteht, verfügen über Wände aus Lignin, Cellulose und Polyosen, in den Zellen befinden sich Spurenelemente und Wasser. Die Wärmeleitfähigkeit fällt insgesamt gering aus, beim Kontakt mit relativ heißem Feuer (ein Streichholz genügt bekanntermaßen nicht) tritt zunächst Wasserdampf aus. Nur sehr lange getrocknetes Holz mit einem Wassergehalt unter 15 Prozent, wie es als Brennholz verwendet wird, entflammt wirklich gut, aber auch dieses Holz benötigt noch einen Brandbeschleuniger. Ein Stück Brennholz, selbst sehr trocken und in Form eines kleinen, schmalen Scheites, lässt sich immer noch kaum mit dem Feuerzeug oder Streichholz entzünden. Die Verkohlung wirkt zudem zunächst isolierend, nur bei weiterer Energiezufuhr kann das Holz effektiv brennen. Eine Holzbaukonstruktion bleibt daher auch bei heißen Bränden relativ lange tragfest und kann dem Feuer länger standhalten als ungeschützter Stahl.