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Grundlegende Bauprinzipien des Holzrahmenbaus

Der Unterschied zu anderen Bauarten mit Holz, vorrangig der Blockbau- und Fachwerkbauweise, liegt beim Holzrahmenbau im Holzgerüst, das mit waagerechten und senkrechten Stäben die tragende Funktion in vertikaler Richtung übernimmt. Die horizontale Aussteifung erfolgt durch diagonale Bretter und/oder plattenförmige Wandbaustoffe. Die Fachwerkbauweise stellt allerdings den unmittelbaren Vorläufer des Holzrahmenbaus dar, die Ähnlichkeiten sind auch nicht zu verkennen. Teilweise sind die beiden Bauarten gerade hinsichtlich der tragenden Balken nicht scharf voneinander abzugrenzen. Traditionelles Fachwerk weist eher zimmermannsmäßige Holzverbindungen und stärkere Holzquerschnitte auf, während der Holzrahmenbau stumpfe, einfache, mit Nägeln befestigte Anschlüsse und tendenziell schwächere Holzquerschnitte bevorzugt. Diese Bauweise konnte erst entwickelt werden, nachdem Drahtstifte industriell, somit preiswert und in großer Zahl hergestellt werden konnten. Dadurch wurde das unkomplizierte Aufbringen der Wandbeplankung ermöglicht. Der Holzrahmenbau ist auch in handwerklicher Hinsicht unkompliziert durchzuführen, weshalb er sich unter den Siedlern Nordamerikas schnell durchsetzte. Auch der Transport und die Lagerung der Baustoffe sind unkompliziert, daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein Holzrahmenbau macht schnelle Fortschritte und kann unabhängig von fast jeder Witterung fortgeführt werden. Das Material ist zwar brennbar, weshalb in den engen europäischen Dörfern des Spätmittelalters diese Bauart eher nicht präferiert wurde. In Nordamerika herrschte von vornherein mehr Platz, die Brennbarkeit war daher kein Thema. Hier entwickelte sich der Holzrahmenbau seit dem 17. Jahrhundert zu einer ausgefeilten Technologie. Zu den Bauweisen beim Holzrahmenbau zählt man das Balloon-Frame-Prinzip (freie Fassadengestaltung) und das Platform Framing (vergleichbar mit der mittelalterlichen Stockwerkbauweise). Letzteres hat sich in einfacher Form im deutschsprachigen Raum etabliert.